Projektbeispiel:

Neubau einer Zweifeldsporthalle in der Lutherstadt Eisleben

Über einen Nebeneingang wird der Nutzungs- bereich der Berufsbildenden Schulen erreicht.

Ein Ort voller Tradition

Die im Landkreis Mansfeld-Südharz gelegene Lutherstadt Eisleben, die ihren Namenszusatz dem Umstand verdankt, der Geburts- und Sterbeort des berühmten Reformators Martin Luther zu sein, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Neben ihrem prominentesten Sohn ist die über 1.000 Jahre alte Stadt für ihre lange Bergbautradition bekannt und kann auch im sportlichen Bereich einige beachtliche Erfolge vorweisen. Es waren die Herren des BSG Stahl Eisleben, die in den Jahren 1953, 1954 und 1955 den Meistertitel der DDR im Volleyball erringen konnten und damit eine weitere, bis heute andauernde Tradition in der Lutherstadt begründeten. Angesichts der sportlichen Erfolge verwundert es nicht, dass die Stadt einst über eine Vielzahl moderner Turnhallen verfügte, zu der auch die Turnhalle am denkmalgeschützten Standort in der Querfurter Straße gehörte, die von Schülern der Levana-Schule, einer Förderschule für geistig Behinderte und Schülern der Berufsbildenden Schulen Mansfeld-Südharz, für den Sportunterricht genutzt wurde . Doch auch die modernste Turnhalle kommt irgendwann in die Jahre. Mit der Zeit wuchs der Sanierungsbedarf der alternden Sporthalle immer weiter und sie musste für Ballspiele und Ballsportarten gesperrt werden. Der Landkreis beschloss daraufhin im Jahr 2012, die Turnhalle unter Einbindung von Fördermitteln des Stark-III-Programms (das zentrale Innovations- und Investitionsprogramm der Investitionsbank Sachsen-Anhalt) abzureißen und an ihrer Stelle einen Neubau zu errichten. Eine Sanierung der Halle erschien zum damaligen Zeitpunkt wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Zudem genügte die Halle aufgrund des räumlichen Zuschnitts nicht mehr den heutigen Anforderungen des Sportunterrichts. In der Folge beauftragte der Landkreis eine Entwurfsplanung für den Neubau einer Zweifeldhalle am Standort des Bestandsgebäudes.

Beauftragte Leistungsschwerpunkte:
Strategische BeratungAusschreibungsmanagement

Öffentlicher Auftraggeber:
Landkreis Mansfeld-Südharz

Nutzungsfläche (NUF):
1.300 m²

Leistungsumfang der VBD:
Vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Erstellen der Vergabeunterlagen, einschließlich funktionaler Bauleistungsbeschreibung, technische und wirtschaftliche Auswertung der Angebote, Ausschreibungsmanagement, abschließende
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Besonderheiten:
Getrennte Hallennutzung durch zwei Schulen, zusätzliche Anforderungen an Barrierefreiheit aufgrund der Nutzung durch eine Förderschule, beengte Grundstücksverhältnisse, Abbruch einer schadstoffbelasteten Bestandssporthalle.


Jojo Grieger

Ihr Ansprechpartner:
Herr Jojo Grieger
030.28 52 98 - 31
E-Mail

 
 
Innenansicht der neuen Zweifeld-Sporthalle
Innenansicht der neuen Zweifeld-Sporthalle
Innenansicht der neuen Zweifeld-Sporthalle
Innenansicht der neuen Zweifeld-Sporthalle
 
 

Die Zeit drängt

Die geplanten Fördermittel wurden der Lutherstadt jedoch erst für die kommende Förderperiode im Jahr 2014 in Aussicht gestellt. Der Versuch, den Sportunterricht der Berufsbildenden Schulen Mansfeld-Südharz und der Levana-Schule als Interimslösung bis dahin in eine bereits vom Schulsport genutzte Halle zu verlegen, war aufgrund erheblicher baulicher Mängel und der fehlenden Behindertengerechtigkeit, nicht möglich. Eine weitere nahegelegene Halle war wegen ihrer baulichen Mängel bereits seit 2009 nicht mehr in Benutzung.

Unter diesen Bedingungen war der Landkreis Mansfeld-Südharz nicht bereit, den Neubau der geplanten Zweifeldhalle bis zur Verfügbarkeit der Fördergelder des Stark-III-Programms zu verschieben und der Kreistag fasste im Juli 2013 den einstimmigen Beschluss, den Bau der Levana-Sporthalle imRahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft als alternative Beschaffungsmodell zu realisieren. Die VBD wurde auf Grundlage des Beschlusses mit der Durchführung einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beauftragt, deren Ergebnis einen Barwertvorteil von ca. 12,7 % gegenüber einer gewerkeweisen Vergabe des Projektes erwarten ließ, sollte das Bauvorhaben als ÖPP-Modell realisiert werden. Eine Baukostenschätzung für eine konventionelle Realisierung des Projektes wurde bereits im Rahmen der Entwurfsplanung durchgeführt.

Um eine zügige Realisierung des Neubaus der Zweifeldhalle im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft gewährleisten zu können, betraute der Landkreis Mansfeld-Südharz die VBD im Dezember 2013 auf Grundlage der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit der Durchführung eines mehrstufigen, europaweiten Ausschreibungsverfahrens, welches im Januar 2014 eröffnet wurde. Am Teilnahmewettbewerb des Verfahrens beteiligten sich insgesamt fünf Bewerber, die, nach Sichtung und Bewertung der eingereichten Unterlagen, alle zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert wurden. Im Ergebnis des weiteren Verfahrens wurde der Bieterkreis auf drei Bieter reduziert und schließlich die Ralf Mehrings Komplettbau GmbH, die das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt und sich zusammen mit der Deutschen Kreditbank am Verfahren beteiligt hatte, im Juli 2014 als Siegerin des Ausschreibungsverfahrens ermittelt. Gegenüber der vorläufigen Studie, ließ die abschließende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sogar einen Barwertvorteil von ca. 23 % (gegenüber geschätzten 12,7 % in der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung) erwarten.

 

Die rasche Umsetzung des Bauprojekts

Nachdem der Ralf Mehrings Komplettbau GmbH der Auftrag zum Abbruch und Neubau der Zweifeldhalle durch den Landkreis erteilt wurde, konnte es an die Umsetzung des Bauvorhabens gehen. Die Planungszeit für das Neubauprojekt nahm dabei drei Monate, die Bauzeit weitere sechs Monate in Anspruch. Aufgrund der Nutzung der Halle durch die Förderschule mussten im Zuge der Baumaßnahmen erweiterte Anforderungen an die Barrierefreiheit auf einem beengten und abschüssigen Grundstück umgesetzt werden, zudem wies die Bestandssporthalle eine Schadstoffbelastung auf. Zum Leistungsumfang des Auftragnehmers gehörten neben der Planung und schlüsselfertigen Errichtung des Gebäudes, auch das Herrichten der Außenanlagen, die Bauzwischen- und die Endfinanzierung des Vorhabens sowie die Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen. Der Betrieb der Sporthalle sollte hingegen in der Hand des Auftraggebers verbleiben. Trotz erheblicher Verzögerungen bei der Erteilung der Abbruchgenehmigung durch Bedenken seitens des Denkmalschutzes, konnte der Auftragnehmer die termingerechte Fertigstellung der Halle gewährleisten.

Im Juli 2015 fanden die Baumaßnahmen ihren Abschluss und so konnte die neue, moderne Levana-Sporthalle am 03. September 2015 feierlich eingeweiht werden. An der Feier nahmen u. a. die an dem Projekt maßgeblich beteiligte Landrätin, Frau Dr. Angelika Klein, sowie Landtagsabgeordnete und Vertreter des Landkreises, der Lutherstadt Eisleben und Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen teil. Die Eröffnung wurde dabei durch ein Programm des Chors der Levana-Schule begleitet.

 

Ein Paradebeispiel für ÖPP

Durch den Neubau der Levana-Sporthalle konnte nicht nur der Sportunterricht der gleichnamigen Förderschule und der Berufsbildenden Schulen Mansfeld-Südharz gesichert und damit an die sportliche Tradition Eislebens angeknüpft werden. Zugleich konnten im Zuge der Fertigstellung zwei weitere Turnhallen der Lutherstadt mit sehr hohem energetischen Verbrauch geschlossen werden. Aufgrund des Projektverlaufs steht der Neubau der Zweifeldhalle an der Levana-Schule seit seiner Eröffnung als Paradebeispiel eines klassischen ÖPP-Projektes. Mithilfe der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft konnte ein klar definierter Bedarf trotz besonderer Anforderungen überaus schnell, effizient und kostensparend umgesetzt werden.

 
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