Projektbeispiel:

Neubau der Feuerwehrhauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Celle

Die neue Fahrzeughalle mit angeschlossenen Werkstätten für alle Einsatzfahrzeuge (Bilder: Holzmann/VBD).

Große Brände und die Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Celle

Die Mitte des 19. Jahrhunderts war in vielen Ländern Europas, so auch auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik, geprägt durch eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Großbränden, zu deren Opfern auch die an der südlichen Lüneburger Heide liegende Residenzstadt Celle gehört. Die Stadt wurde u. a. in den Jahren 1857 und 1862 durch Brände heimgesucht. Als Resultat dieser beiden Feuer, deren letzteres große Teile der Neustadt erfasste, wurde 1864 die Freiwillige Feuerwehr Celle gegründet, die die bis dahin existierenden Löschdienstverpflichteten samt ihrer ungenügenden Löschgeräte ablöste und das Feuerwehrwesen auf ein professionelles Level hob.

Öffentlicher Auftraggeber:
Stadt Celle 

Nutzungsfläche (NUF):
5.176 m²

Leistungsumfang der VBD:
Komplette Erstellung der Vergabeunterlagen, einschließlich  funktionaler Bauleistungsbeschreibung und Leistungsbeschreibung Gebäudemanagement, wirtschaftliche, finanz-  und bautechnische Auswertung der Angebote, Auswertung Gebäudemanagement, abschließender Wirtschaftlichkeitsvergleich, Ausschreibungsmanagement insgesamt, Vertragscontrolling 

Besonderheiten:
geothermische Anlage zur Wärmeerzeugung; Solarthermie zur Unterstützung der Warmwasseraufbereitung; Gründach


Hartmut Fischer

Ihr Ansprechpartner:
Herr Hartmut Fischer
030.28 52 98 - 20
E-Mail

 
 
Die neue Fahrzeughalle mit angeschlossenen Werkstätten für alle Einsatzfahrzeuge.
Die neue Fahrzeughalle mit angeschlossenen Werkstätten für alle Einsatzfahrzeuge.
(Bilder: Holzmann/VBD).
Die neue Fahrzeughalle mit angeschlossenen Werkstätten für alle Einsatzfahrzeuge.
Die neue Fahrzeughalle mit angeschlossenen Werkstätten für alle Einsatzfahrzeuge.
(Bilder: Holzmann/VBD)
 
 

Die Hauptwache in der Altstadt

Bereits 1929 bezog die Freiwillige Feuerwehr, die im Laufe der Zeit zu einer der größten Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands heranwuchs, ihren Standort am Rande der Celler Altstadt. Sie wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut, erweitert und damit zugleich an die sich ändernden Anforderungen angepasst. Bedingt durch das zunehmende Alter der Hauptwache wuchsen die funktionalen Defizite und sicherheitstechnischen Mängel der Hauptwache in Celle, sodass ab 2002 erstmals ein Umbau oder Neubau der Feuerwehr an einem alternativen Standort erwogen wurde. Der akute Bedarf war u. a. dem Umstand geschuldet, dass das Feuerrettungswesen in Celle ausschließlich durch freiwillige Kräfte abgedeckt wird und das einwandfreie Funktionieren der Hauptwache daher höchste Priorität besitzt.

Bereits 1929 bezog die Freiwillige Feuerwehr, die im Laufe der Zeit zu einer der größten Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands heranwuchs, ihren Standort am Rande der Celler Altstadt. Sie wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut, erweitert und damit zugleich an die sich ändernden Anforderungen angepasst. Bedingt durch das zunehmende Alter der Hauptwache wuchsen die funktionalen Defizite und sicherheitstechnischen Mängel der Hauptwache in Celle, sodass ab 2002 erstmals ein Umbau oder Neubau der Feuerwehr an einem alternativen Standort erwogen wurde. Der akute Bedarf war u. a. dem Umstand geschuldet, dass das Feuerrettungswesen in Celle ausschließlich durch freiwillige Kräfte abgedeckt wird und das einwandfreie Funktionieren der Hauptwache daher höchste Priorität besitzt.

Der Arbeitskreis „Freiwillige Feuerwehr“

Aus diesem Grunde wurde im Jahr 2007 der Arbeitskreis „Freiwillige Feuerwehr“ gegründet, mit dem Auftrag der Erstellung eines langfristigen strategischen Konzepts für die Freiwillige Feuerwehr in Celle. 2008 wurde in diesem Zusammenhang zunächst eine erste Voruntersuchung zu funktionalen und kostentechnischen Erfordernissen an die Feuerwehrhauptwache durchgeführt, die aufzeigen konnte, dass sich Neubau und Sanierung der alten Hauptwache Celle im Hinblick auf die Kosten neutral gegenüber standen. Da am bisherigen Standort der alten Wache keine weiteren Flächen für benötigte Erweiterungsbauten der Feuerwache zur Verfügung standen, was die teilweise Auslagerung der Geräte und Fahrzeuge der Feuerwehr zur Folge hatte, wurde die Suche nach einem alternativen Standort für den Neubau der Feuerwehrhauptwache intensiviert.

Die Machbarkeitsstudie zum Standort „Saarfeld“

Neben anderen Grundstücken geriet auch der Standort „Saarfeld“ für einen Neubau der Hauptwache in den Fokus der Überlegungen, dessen Untersuchung im November 2008 eine grundsätzliche Eignung sowie einsatztaktische Überlegenheit gegenüber dem alten Standort der Hauptwache erkennen ließ. Daraufhin beauftrage die Stadt Celle die Assmann Beraten + Planen AG und die Alfen Consult GmbH im August 2009 mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie und vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für das Grundstück „Saarfeld“, in deren Rahmen auch die Möglichkeit der Realisierung des Bauprojektes im Rahmen eines ÖPP-Modells und deren zu erwartende Vorteile gegenüber einer konventionellen Realisierung analysiert werden sollten. Aufgrund der Vielzahl freiwilliger Einsatzkräfte schätzte die Untersuchung den Bedarf auf eine vierzügige Feuerwache und stellte im Hinblick auf den Vergleich eines ÖPP-Modells mit einer konventionellen Realisierung einen Kostenvorteil von 8,61 % zugunsten einer ÖPP-Realisierung fest.

Im Dezember 2009 wurde die Studie dem Rat der Stadt Celle vorgelegt, welcher daraufhin beschloss, den Neubau der Feuerwehrhauptwache am Standort „Saarfeld“ als Öffentlich-Private-Partnerschaft zu realisieren. Zur Umsetzung des Projektes suchte die Stadt nach einem Beratungsunternehmen für die Durchführung eines mehrstufigen, europaweiten Verfahrens, mit welchem das Projekt ausgeschrieben werden sollte und die Erstellung einer abschließenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für den Neubau der Feuerwehrhauptwache. Aufgrund ihrer Erfahrung im Bereich des Neubaus von Feuerwehren im Rahmen Öffentlich-Privater-Partnerschaften (Neubau einer Feuerwache in Dortmund, Neubau eines Feuerwehrgerätehaus für die Stadt Halver) wurde die VBD Beratungsgesellschaft mit den genannten Beratungsleistungen betraut.

Die Durchführung eines transparenten, europaweiten Ausschreibungsverfahrens

Bevor das europaweite Ausschreibungsverfahren zum Neubau der Feuerwehrhauptwache im Juni 2010 ausgelobt wurde, kam es zunächst zur Gründung einer Lenkungsgruppe, die sich aus Vertretern der städtischen Politik sowie Feuerwehrfachkräften zusammensetzte, mit dem Ziel, das Verfahren zu begleiteten. An dem mehrstufigen Verhandlungsverfahren, mit dem die Planung, der Bau, die Zwischen- und die Endfinanzierung sowie der Betrieb der Feuerwehrhauptwache in Celle ausgelobt wurden, beteiligten sich insgesamt 12 Bewerber, deren Unterlagen fristgemäß zum Abgabetermin vorlagen. Nach der Auswertung der eingereichten Unterlagen wurden 8 Bieter zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Die Angebote wurden in Zusammenarbeit mit der Lenkungsgruppe ausgewertet und zunächst alle 8 Bieter zu Bietergesprächen eingeladen. Im Laufe des weiteren Verfahrens wurde der Kreis der Bieter auf drei eingeschränkt, bis zum Ende des Verfahrens im Mai 2011 das Bauunternehmen Goldbeck West GmbH zum Sieger erklärt wurde, welches zusammen mit der DZ Bank für die Zwischenfinanzierung und der DG Hyp für die Endfinanzierung am Verhandlungsverfahren teilnahm.

Um eine größtmögliche Transparenz hinsichtlich des Verfahrens gegenüber der Öffentlichkeit zu gewährleisten, wurde das Projekt über eine entsprechende Internetplattform publik gemacht, die projektzugehörigen Verträge wurden im Netz veröffentlicht. Die Ergebnisse des Verhandlungsverfahrens, als auch der abschließenden, durch die VBD vorgelegten Wirtschaftlichkeitsuntersuchung (diese konnte auf Grundlage des von der Goldbeck West GmbH eingereichten Angebotes einen Barwertvorteil von 18,11 % der ÖPP- gegenüber einer konventionellen Realisierung aufzeigen) wurden dem Rat der Stadt Celle im Juli 2011 vorgestellt und der Goldbeck West GmbH der Zuschlag für den Neubau der Feuerwehrhauptwache in Celle erteilt.

Die neue Heimat der Freiwilligen Feuerwehr Celle entsteht

Nach dem Abschluss der Planungen, die insbesondere die Nutzung der Räume und Außenanlagen für Schulungen und Übungen zu unregelmäßigen Zeiten und die reguläre Nutzung des Werkstattbereichs berücksichtigen mussten, konnte mit dem Bau der Feuerwache im Oktober 2011 begonnen werden. Im Rahmen des energetischen Konzeptes wurde die Feuerwehrhauptwache auch mit einer Geothermieanlage ausgestattet, des Weiteren mit einer Solarthermieanlage zur Unterstützung der Wärmeerzeugung sowie einem Gründach. Nach nur 15 ½ Monaten fanden die Bauarbeiten im November 2012 ihren Abschluss und die 24 Einsatzfahrzeuge der Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Celle konnten von den Einsatzkräften der Feuerwehr in die neue Fahrzeughalle gefahren werden.

Transparenz zahlt sich aus

Im September 2015 erhielt die Feuerwehrhauptwache Celle in Berlin den Preis für das „vorbildlichste öffentliche Bauprojekt“ der Stiftung „Lebendige Stadt“, aufgrund der Veröffentlichung der Projektverträge zur Errichtung der Feuerwache im Internet und der aktiven Einbindung der Lenkungsgruppe in die Projektphase. Des Weiteren wurden die geplanten Baukosten für die Hauptwache um ca. 300.000 € unterschritten.

 

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