Projektbeispiel:

Neubau der Kreisberufsschule Pinneberg

Der Neubau der Berufsbildenden Schulen in Pinneberg von der Seite des Haupteingangs.

Weltspitze in Pinneberg

Die an der Mündung des Flusses Mühlenau in die Pinn augelegene und der Metropolregion Hamburg zugehörige Stadt Pinneberg ist nach eigener Aussage unübertroffen auf dem Gebiet der Züchtung unterschiedlichster Gehölzarten und gehört damit in diesem Bereich zur Weltspitze. In den zahlreichen lokalen Baumschulen werden neben verschiedensten Bäumen und Sträuchern auch Rosen und viele weitere Blühpflanzen für das In- und Ausland kultiviert. Die ebenfalls in Pinneberg im gleichnamigen Kreis befindliche Kreisberufsschule beweist mit ihren ca. 3.700 Schülern, dass die Stadt auch in anderen Bereichen punkten kann. Die berufsbildende Schule begegnet der großen Schülerzahl mit einem breit gefächerten Angebot, welches von gewerblichen, über kaufmännische hin zu medizinischen und sozialwirtschaftlichen Berufsausbildungen reicht.

Beauftragte Leistungsschwerpunkte:
Strategische BeratungAusschreibungsmanagement

Öffentlicher Auftraggeber:
Kreis Pinneberg

Nutzungsfläche (NUF):
ca. 11.555 m² (Neubau: 9.100 m² / Umbau: 2.455 m²)

Leistungsumfang der VBD:
Vorläufiger Wirtschaftlichkeitsvergleich, Erstellen der Vergabeunterlagen inkl.
funktionaler Bauleistungsbeschreibung, Ausschreibungsmanagement, technische
und wirtschaftliche Bewertung der Angebote, abschließender Wirtschaftlichkeitsvergleich

Besonderheiten:
Unterschreitung der Anforderungen der EnEV 2009 um 48 %.


Hartmut Fischer

Ihr Ansprechpartner:
Herr Hartmut Fischer
030.28 52 98 - 20
E-Mail

 
 
Die perspektivische Ansicht der Berufsbildenden Schulen in Pinneberg von der Seite des Haupteingangs
Die perspektivische Ansicht der Berufsbildenden Schulen in Pinneberg von der Seite des Haupteingangs
(Bild: Ed. Züblin AG)
Vogelperspektive der Kreisberufsschule.
Vogelperspektive der Kreisberufsschule.
(Bild: Ed. Züblin AG)
 
 
 

Die Kreisberufsschule kommt in die Jahre

Um eine solche Schülerzahl bewerkstelligen zu können, wurden zwischen 1960 bis 2004 verschiedene Bauten zur Komplettierung des Gebäudeensembles der bereits 1873 gegründeten Schule errichtet. Die Zeichen der Zeit gingen auch an der Kreisberufsschule nicht spurlos vorbei und so beschloss der Kreis Pinneberg im Jahr 2008 den Abriss und Neubau des Mitteltraktes der Schule, da selbiger statische Mängel aufwies. Im Sommer 2009 wurde zunächst der Abriss des Gebäudes vollzogen und der Unterricht in der Folgezeit in provisorischen Containerbauten abgehalten. Die Barrierefreiheit auf dem Schulgelände konnte durch den Abriss nicht mehr gewährleistet werden, zudem wiesen die ebenfalls in die Jahre gekommenen Bestandsgebäude der Baujahre 1960 bis 1987 deutlich überhöhte Energieverbräuche auf.

Der Kreis sucht nach alternativen Beschaffungsmodellen

Schnell stellte der Kreis fest, dass die Bedarfe der Kreisberufsschule Pinnebergdas das bisher angenommene Maß übersteigen würden und es kam die Frage nach einem Neubau eines Großteils der Berufsschule auf, wobei dieser aufgrund der geschätzten Baukosten eine erhebliche Belastung des Haushaltes erwarten ließ. 2011 beauftragte der Kreis Pinneberg daher zunächst eine Kosten- und Wirtschaftlichkeitsanalyse, die zu dem Ergebnis kam, dass eine Neubau- einer Sanierungsvariante vorzuziehen sei, da sie als die kostengünstigste Lösung im Hinblick auf die konstatierten Bedarfe der Kreisberufsschule Pinneberg erschien.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, im Zuge der geplanten Baumaßnahmen eine möglichst hohe Kosten- und Terminsicherheit zu erreichen und die Belastung für die örtliche Verwaltung möglichst gering zu halten, da diese zurzeit mit anderen Bauaufgaben beschäftigt war, begab sich der Kreis auf die Suche nach alternativen Beschaffungsmöglichkeiten und beauftragte die VBD Anfang 2012 mit der Erstellung einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Im Rahmen dieser sollte überprüft werden, ob die Errichtung von Neubauten der Kreisberufsschule Pinneberg im Rahmen eines ÖPP-Modells Effizienz-, Struktur- und Kostenvorteile gegenüber einer konventionellen Realisierung erwarten ließ. Die Wirtschaftlichkeitsstudie sprach sich für eine ÖPP-Realisierung aus, die einen Kostenvorteil von ca. 9,2 % gegenüber einem Eigenbau mit Einzelgewerkvergabe erwarten ließ.

Das ÖPP-Projekt nimmt Form an

Im April 2012 beschloss der Kreistag auf Grundlage der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, das Projekt im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft umzusetzen. Der Auftrag für Planung, Abbruch und Neubau an der Kreisberufsschule Pinneberg inklusive zugehöriger Wartungs- und Instandhaltungsleistungen der technischen Anlagen sollten in einem mehrstufigen, europaweiten Ausschreibungsverfahren vergeben werden und die VBD wurde mit dem Ausschreibungsmanagement für das Projekt betraut. Daneben wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, zu der u. a. Vertreter der Schulleitung und der verschiedenen Fraktionen des Kreistages gehörten und die das Verfahren begleiten sollten.

An dem im Juli 2012 eröffneten Vergabeverfahren beteiligten sich insgesamt elf Bewerber, von denen nach Sichtung und Bewertung der eingereichten Unterlagen sieben zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert wurden. Zum Ende der verlängerten Angebotsfrist legten alle sieben Bieter ein entsprechendes Angebot vor. In der zweiten Runde des Verfahrens wurde der Bieterkreis auf drei Bieter reduziert und es konnte sich am Ende das Bauunternehmen Ed. Züblin Hochbau GmbH als Sieger des Vergabeverfahrens durchsetzen.

Über den Erwartungen

Bedingt u. a. durch den Umfang des Projektes kam die abschließende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der VBD zu dem Ergebnis eines Kostenvorteils von insgesamt ca. 16 % einer ÖPP-Realisierung gegenüber einem konventionellen Eigenbau. Damit konnte das Resultat der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung deutlich übertroffen werden. Nachdem die Ergebnisse des Vergabeverfahrens dem Kreistag vorgestellt wurden, gab dieser grünes Licht für die Realisierung des Bauprojektes an der Kreisberufsschule Pinneberg im Rahmen eines ÖPP-Modells und beauftragte die Ed. Züblin Hochbau GmbH mit dessen Umsetzung. Das Controlling des Generalunternehmers verblieb hingegen in der Verantwortung der Verwaltung.

In den neuen Kfz-Werkstätten ist deutlich mehr Platz für moderne Lehrausstattung.
In den neuen Kfz-Werkstätten ist deutlich mehr Platz für moderne Lehrausstattung.
Innenansicht des Foyers.
Innenansicht des Foyers.
 
 

Komplexe Umbaumaßnahmen bei laufendem Schulbetrieb

Im Juni 2013 wurde mit den Baumaßnahmen an der Kreisberufsschule begonnen, wobei durch den Auftragnehmer komplexe und funktionale Vorgaben auf einem beengten Grundstück umzusetzen waren. Neben der Planung und Errichtung eines Neubaus inklusive einer modernen Kfz-Werkstatt gehörten auch die Schaffung neuer Parkplätze und das Herrichten der Außenanlagen zum Auftragsumfang. Des Weiteren mussten diverse Bestandsgebäude, wie ein ebenfalls umzubauendes Schul- und Verwaltungsgebäude sowie das 2004 errichtete Werkstattgebäude und die Sporthalle in das technische Anlagenkonzept, die Schließanlage und das Datennetz der Schule integriert werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Umbaumaßnahmen bei vollem Schulbetrieb durchgeführt werden sollten, zu dem der Betrieb der Kfz-Werkstätten, der Fachräume für den Baubereich, der Lehrküchen, der Elektro- und weiteren Fachkabinette zählte. Dies gelang dem Auftragnehmer aufgrund geschickter Bauorganisation mit mehreren Bauabschnitten, dem Bereitstellen zusätzlicher Container als Interimslösung, einem anspruchsvollem Umzugskonzept und guter Abstimmungsarbeit mit der Schulleitung ebenso reibungslos, wie die Beschränkung der notwendigen Umzugsmaßnahmen auf ein absolutes Minimum. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte das Bauvorhaben innerhalb von 27 Monaten abgeschlossen werden und es konnte zudem eine Unterschreitung der EnEV 2009 um 48 % erreicht werden.

Die offizielle Eröffnung der bis dato modernsten Berufsschule Schleswig-Holsteins Kreisberufsschule Pinneberg konnte daraufhin am 16.11.2015 feierlich begangen werden. Neben Gästen aus der Politik (u. a. die Ministerin für Schule und berufliche Bildung des Landes Schleswig-Holstein, Britta Ernst), der Verwaltung und beteiligten Unternehmen, nahmen auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler, ebenso wie Lehrkräfte an dem Festakt teil.

Die neuen Lernräume bieten den Schülern eine hervorragende Lernbedingung.
Die neuen Lernräume bieten den Schülern eine hervorragende Lernbedingung.
Das Foyer bildet als zweigeschossiger Raum über alle Ebenen das Herzstück des Gebäudes und beherbergt alle Kommunikationsflächen
Das Foyer bildet als zweigeschossiger Raum über alle Ebenen das Herzstück des Gebäudes und beherbergt alle Kommunikationsflächen
 
 
 
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