Projektbeispiel:

Errichtung einer Grundschule in der Hafencity

Blick auf den Eingangsbereich der neuen Schule.

Ein prestigeträchtiges Stadtbauprojekt

Die Hamburger HafenCity gilt als eines der größten und ambitioniertesten Stadtbauprojekte der jüngeren europäischen Architekturgeschichte. Auf ca. 155 ha Plangebiet sollen bis Mitte der 2020er Jahre, neben Arbeitsplätzen im Büro- und Dienstleistungsbereich, auch Wohnungen für ca. 14.000 Menschen entstehen. Die Planungen für den Stadtteil, der sich zwischen der Speicherstadt, die auf den ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm liegt und der ehemaligen Elbinsel Grasbrook befindet, reichen bis in das Jahr 1997 zurück, der erste Spatenstich erfolgte im April 2001.

Beauftragte Leistungsschwerpunkte:
Strategische BeratungAusschreibungsmanagement

Öffentlicher Auftraggeber:
Freie und Hansestadt Hamburg

Nutzungsfläche (NUF):
 5.888 m²

Leistungsumfang der VBD:
Erstellung Vergabeunterlagen wirtschaftlicher und finanzieller Teil, Auswertung der Angebote

Besonderheiten:
Schulische und gewerbliche Nutzung in einem Gebäude, Nutzung hochwertiger Stadtflächen Gemischtgenutztes Gebäude ermöglicht wirtschaftliche Nutzung hochwertiger Stadtflächen.  


Hartmut Fischer

Ihr Ansprechpartner:
Herr Hartmut Fischer
030.28 52 98 - 20
E-Mail

 
 
Einzigartig, ein Grundschul-Neubau mit Pausenhof auf dem Dach mitten in der Hafencity Hamburg.
Einzigartig, ein Grundschul-Neubau mit Pausenhof auf dem Dach mitten in der Hafencity Hamburg.
Der imposante Gebäudekomplex bietet neben einer Schule, auch Platz für Arbeitsplätzen im Büro- und Dienstleistungsbereich sowie Wohnungen für ca. 14.000 Menschen.
Der imposante Gebäudekomplex bietet neben einer Schule, auch Platz für Arbeitsplätzen im Büro- und Dienstleistungsbereich sowie Wohnungen für ca. 14.000 Menschen.
 
 

Ein familiengerechtes Wohnquartier in der HafenCity

Seither entstanden in der HafenCity zahlreiche neue Geschäftsgebäude international bekannter Architekten. Ein Stadtteil lebt jedoch nicht nur durch seine architektonischen Qualitäten, sondern vor allem durch die Menschen, die diesen zu ihrer neuen Heimat machen. Die Planer der HafenCity konzipierten den neuen Hamburger Stadtteil eingedenk dieser Tatsache von Anfang an nicht nur als Geschäfts-, sondern auch als ein modernes und vor allen Dingen familiengerechtes Wohnquartier. Daher wurde von Beginn an eine entsprechende qualitative Aufwertung des Stadtteils erwogen, mit der es zugleich möglich war, dem steigenden Bedarf schulischer Versorgung in und um die HafenCity zu begegnen.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, gab man die ursprünglichen Überlegungen, zur Deckung des Bedarfs an Grundschul-, Krippen- und Hortplätzen den nahe der HafenCity gelegenen Standort „Bei der Katharinenschule“ zu erweitern, auch aufgrund der mit diesen Plänen verbundenen horrenden Kosten, nach und nach auf. Stattdessen wurde nun die Idee verfolgt, die stark sanierungsbedürftige Schule bei der Katharinenkirche durch einen Neubau auf dem in der HafenCity gelegenen Sandtorkai zu ersetzen.

Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
Der neue hochgelegene Pausenhof der Katharinenschule in der HafenCity
 
 
 

Eine städtebauliche Herausforderung

Allerdings standen diesem Vorhaben einige Schwierigkeiten entgegen. Laut städtebaulichen Anforderungen hatte sich das zukünftige Gebäude auf dem zur Verfügung stehenden Grundstück an der Höhe der Nachbargebäude zu orientieren, um ein einheitliches Erscheinungsbild zwischen dem geplanten Schulbau und den umliegenden Gebäuden zu gewährleisten. Diese Bedingungen schrieben für den am Sandtorkai zu errichtenden Bau eine Größe vor, dessen Auslastung durch die dreizügige Grundschule allein nicht gegeben war. 

Es mussten daher innovative Lösungsansätze gefunden werden und so beauftragten die Projektverantwortlichen im Jahr 2004 das Architekturbüro ASTOC Architects and Planners GmbH mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie für den Standort. Im Rahmen dieser wurden auch erste Ideen einer Mischnutzung für die Räumlichkeiten des Schulneubaus entwickelt, welche neben der Grundschule am Sandtorkai die Unterbringung einer Kindertagesstätte vorsah. Die Studie bewertete das Neubauprojekt samt Mischnutzung grundsätzlich als machbar.

Im Zuge dessen wurde die VBD im Frühjahr 2005 gebeten, eine Machbarkeitsstudie für die verschiedenen Szenarien der Zweitnutzung (als Hotel, in Form von Miet- oder Eigentumswohnungen) des geplanten Schulneubaus zu erstellen und in diesem Zusammenhang verschiedene ÖPP-Modelle zur Realisierung des Bauvorhabens miteinander zu vergleichen. Der ermittelte Kostenvorteil einer ÖPP-Realisierung lag dabei bei ca. 25,7 % gegenüber einer konventionellen Realisierung. Auf Grundlage der Studie wurde die Empfehlung ausgesprochen, das Vorhaben aufgrund der damit verbundenen Vorteile im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft umzusetzen.

Innenansicht des Foyers der Grundschule. 
Innenansicht des Foyers der Grundschule.
Der Eingang des neuen Gebäudes führt in das helle und farbenfrohe Foyer der Schule. 
Der Eingang des neuen Gebäudes führt in das helle und farbenfrohe Foyer der Schule.
 

Ein europaweites Investorenauswahlverfahren

Das Projekt wurde daraufhin als europaweites Investorenauswahlverfahren ausgeschrieben. Dabei wurden den Wettbewerbern die bereits entwickelten Möglichkeiten der Zweitnutzung des Gebäudes erläutert, die konkrete Ausgestaltung aber den einzelnen Teilnehmern des Verfahrens überlassen. Die im Zuge des Verfahrens eingereichten acht Angebote, welches im September 2005 ausgelobt wurde, sollten durch eine Jury, bestehend aus Vertretern der zuständigen Behörden, der HafenCity Hamburg GmbH, Mitgliedern der Deputation der Behörde für Bildung und Sport und der Bezirksversammlung Hamburg Mitte, gleichwertig hinsichtlich ihrer schulischen Funktionalität und Wirtschaftlichkeit, sowie ihrer städtebaulichen und architektonischen Qualitäten bewertet werden. In diesem Zusammenhang erging an die VBD im Mai 2006 der Auftrag, dass Investorenauswahlverfahren beratend zu begleiten. Die eingereichten Angebote wurden von der VBD auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und entsprechend der Auswertung Empfehlungen zum weiteren Verfahren ausgesprochen. 

Die Jury entschied sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in der Folge, das Verfahren mit den drei Bietern fortzusetzen, deren Angebote die hohen qualitativen Anforderungen hinsichtlich der Architektur des geplanten Neubaus erfüllten. Nachdem auch die optimierten Angebote seitens der VBD auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht und der Jury vorgelegt wurden, erhielt das mittelständische, in Hamburg ansässige Unternehmen Otto Wulf Bauunternehmen GmbH & Co. KG am Ende des Auswahlverfahrens im Juni 2007 den Zuschlag für die Umsetzung des Projekts. Die zukünftige Bewirtschaftung des Gebäudes sollte dabei durch ein Tochternehmen der Otto Wulf GmbH übernommen werden.

 

Eine zukunftsweisende, nachhaltige Schule entsteht

Der vorgelegte Entwurf, der neben der Grundschule und einer Kindertagesstätte auch den Bau von 30 Wohnungen in dem geplanten Neubau vorsah, konnte mit seiner Gesamtwirtschaftlichkeit und den architektonischen und städtebaulichen Qualitäten auch die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg von sich überzeugen und so wurde die Otto Wulf GmbH mit der Umsetzung des Bauprojektes am Sandtorkai betraut.

2009 wurden die Baumaßnahmen an der bis dato modernsten Schule Hamburgs beendet und der architektonisch beeindruckende Bau, der u. a. den Hamburger Architekturpreis, den Deutschen Städtebaupreis 2010 und den Innovationspreis PPP vom Bundesverband PPP erhalten hat, konnte den zukünftigen Schülerinnen und Schülern übergeben werden. Auf sie wartet seither nicht nur ein Pausenhof auf dem Dach, die Schule zeichnet sich darüber hinaus u. a. durch die auf dem Dach verbauten Solarkollektoren durch seine Nachhaltigkeit aus. Das Gebäude genügt modernsten Energiestandards (KfW 60 Standard), die gewonnene Solarenergie wird in den Warmwasserkreislauf der Kita, der Grundschule und der Wohnungen eingespeist, für das Brauchwasser der Schule wird Regenwasser genutzt. Der erste Schulneubau Hamburgs, der im Rahmen eines ÖPP-Modells realisiert wurde, leistet damit einen wichtigen Beitrag zur qualitativen Aufwertung der HafenCity, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass der Standort außerhalb des Schulbetriebs kulturell, sportlich und gesellschaftlich genutzt werden kann.

Ein Blick auf die Kita mit den neuen Außenbereichen, die sich auf den 5.888 m² großen Arial sich befindet. 
Ein Blick auf die Kita mit den neuen Außenbereichen, die sich auf den 5.888 m² großen Arial sich befindet.
 
Bleiben Sie jederzeit auf dem Laufenden!

Abonnieren Sie unseren VBD-Newsletter mit aktuellen Informationen und Terminen rund um komplexe Infrastrukturprojekte und öffentliche Bauvorhaben.

Bitte geben Sie die Zahlen auf dem Bild in das Feld ein.
 
VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH


© 2021 VBD - Beratungsgesellschaft für Behörden mbH
Revaler Straße 29, 10245 Berlin, 030.28 52 98-0
030.28 52 98-27, brlnvbd-brtngd


 
 
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen